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Rovereto - Ein Ausflug im Zeichen von Kunst und Kultur

Sie befindet sich zwischen Trient und Verona und gilt auch als Kulturhauptstadt des Trentino. Als ich mich über Rovereto erkundigt habe, die auch als nördliches Tor zum Gardasee bezeichnet wird, stand eines fest: Auf nach Rovereto, auf zu einer Stadtbesichtigung im Zeichen von Kunst, Geschichte und Wissenschaft! [Enthält Affiliate-Links*]

Ein Spaziergang durch Rovereto

Schon so oft bin ich mit dem Zug an Rovereto vorbeigefahren, ohne die malerische Stadt in der Nähe von Trient großartig zu beachten – was für ein großer Fehler! Eines Tages hat sie glücklicherweise doch meine Neugierde geweckt und nachdem ich einige interessante Dinge über die Stadt im Trentino gelesen hatte, stand fest: Rein in den Zug und ab nach Rovereto! Da wir leider nur ein paar Stunden zur Verfügung hatten, haben wir uns darauf konzentriert, einen Spaziergang durch das historische Stadtzentrum und seine malerischen Gassen zu unternehmen. Was wir dabei entdeckt haben, erzähle ich euch natürlich gleich!


Davor noch ein paar kurze Infos zur der Stadt, die nicht nur als "nördliches Tor zum Gardasee" bekannt ist, sondern auch als "Stadt des Friedens": Mit fast 40.000 Einwohnern ist Rovereto die zweitgrößte Stadt im Trentino und befindet sich nur wenige Kilometer von Trient und dem Gardasee entfernt. Sie bietet nicht nur ein umfangreiches kulturelles Angebot und zahlreiche Veranstaltungen, sondern auch vielfältige Möglichkeiten, um sich sportlich im Vallagarina-Gebiet zu betätigen.

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Ein Spaziergang durch Rovereto

Die Accademia Roveretana degli Agiati

Die Accademia Roveretana degli Agiati

Die Accademia Roveretana degli Agiati wurde 1750 von jungen Intellektuellen der Stadt gegründet und nur 3 Jahre später von der österreichischen Kaiserin Maria Theresia offiziell anerkannt. Im Laufe der Zeit schlossen sich einige wichtige Persönlichkeiten aus der Kultur dieser wissenschaftlichen Gesellschaft an. Dazu gehörten u.a. der Historiker Clemente Baroni Cavalcabò, der Gelehrte Giovanni Battista Graser oder der Künstler Fortunato Depero. 1883 begannen die Mitglieder, ihre akademischen Schriftstücke regelmäßig zu veröffentlichen und strebten vor allem nach der Zusammenarbeit mit Vertretern der italienischen Wissenschaft und Literatur. Noch heute kann die Akademie ihre Tätigkeiten in Form einer auf Ehrenamt basierenden Institution ausüben und so die Verbindung mit Forschungszentren, die Koordinierung kultureller Initiativen und die Verwaltung des 250-jährigen Kulturerbes gewährleisten.

Das Stadttor Porta San Marco, der Stadtturm und die San Marco Kirche

Weiter ging es zum historischen Stadttor (Bild links): Zur Porta San Marco, dem einstigen Tor zum Stadtzentrum. Das Stadttor wurde 1483 von den Venezianern errichtet – ein Beweis dafür ist auch das über dem Torbogen angebrachte Fresko von Augusto Sezanne, auf dem der Löwe von San Marco abgebildet ist. Beim Schlendern durch die Stadt und ihren charakteristischen Gassen wird man immer wieder auf den Einfluss der Venezianer aufmerksam und die historische Atmosphäre auf sich wirken lassen.

Nicht weit vom Markusplatz entfernt, befindet sich das Wahrzeichen der Stadt: Der Stadtturm von Rovereto (Bild in der Mitte). Wegen der angebrachten Uhren werden diese Türme oft auch als „Uhrenturm“ bezeichnet. Er wurde 1500 direkt auf einem der Stadttore errichtet, dessen Bau auf den Anfang des 14. Jahrhunderts zurückgeht. 1519 wurde dann die Uhr am Glockenturm angebracht.


Weiter geht es entlang der Spuren der Venezianer und Mozarts: Die San Marco Kirche (Bild rechts) ist der Ort, an dem Mozart sein erstes Konzert in Italien abhielt. Auch die Orgel auf der er damals spielte, wird immer noch hier aufbewahrt! Die Kirche selbst besteht aus einem großen Hauptschiff mit drei Kapellen und wird von den Cavenaghis Fresken verziert. Außerdem befinden sich hier neun Altäre aus Marmor, die alle aus dem 18. Jahrhundert stammen.


Das Schloss von Rovereto

Das Schloss von Rovereto

Über eine reizende Gasse mit Pflastersteinen haben wir das Schloss von Rovereto erreicht – ein einzigartiges Beispiel spätmittelalterlicher Festungen im alpinen Raum. Das Schloss wurde im 14. Jahrhundert errichtet und im 15. Jahrhundert von den Venezianern zu einer militärischen Festung umgewandelt. Nachdem es im Besitz Österreichs stand, verlor das Schloss ab dem 17. Jahrhundert allmählich an Bedeutung, bis es eines Tages als Gefängnis genutzt wurde. Seit 1921 beherbergt das Schloss auch das Historische Kriegsmuseum, das sich im Rahmen seiner Dauerausstellung vor allem auf die Zeit des Ersten Weltkrieges konzentriert.


Die Forbato Brücke auf dem Leno

Blick von der Forbato Brücke auf den Leno

Unter dem Hügel auf dem das Schloss von Rovereto steht, befindet sich die älteste Brücke der Stadt: Die Forbato Brücke. Anfang des 18. Jahrhunderts führte sie die Menschen die aus dem Süden in die Stadt kamen durch das San Tommaso Stadttor auf welchem ein Fresko von Antonio Gresta abgebildet war (leider wurde das Stadttor 1822 niedergerissen). Nach einem zerstörerischen Hochwasser im Jahr 1797 musste die Brücke wieder neu aufgebaut werden. Unter dieser Brücke fließt der Leno – ein Wildbach und einer der Hauptzuflüsse der Etsch, der in Vergangenheit eine wichtige Rolle für die Energiegewinnung der Stadt spielte. Vor allem, als gegen Mitte des 14. Jahrhunderts Seidenraupen und Maulbeerbäume eingeführt wurden und somit die Grundlage für die lokale Textilwirtschaft geschaffen wurde. Diese blühte insbesondere zwischen dem 17. und 18. Jahrhundert europaweit auf und machte die Stadt zu einem äußerst wichtigen Handelszentrum.

Buchtipps

Da wir es in diesen wenigen Stunden leider nicht geschafft haben, noch mehr zu sehen - ich euch aber diese wichtigen Sehenswürdigkeiten auf keinen Fall vorenthalten will - erzähle ich euch schon mal was für meinen nächsten Besuch auf meiner "To-See" Liste steht!


Das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst – Mart

Das Mart gehört zu den wichtigsten und anerkanntesten Museen für zeitgenössische und moderne Kunst Italiens und bietet eine etwa 20.000 Werke umfassende Sammlung. Das Mart bietet eine Reise durch 150 Jahre Kunstgeschichte und führt dabei durch den Futurismus zur Abstraktion und von der Konzeptkunst zur experimentellen Kunst.


Das Museum für Wissenschaft und Archäologie

Das Museum für Wissenschaft und Archäologie ist Teil der 1851 gegründete Stiftung Stadtmuseum (eine der ältesten Italiens) und steht ganz im Zeichen der Wissenschaft, Archäologie und Innovation: In seinen Sälen zeigt es wertvolle Sammlungen und Ausstellungen aus den Bereichen der Archäologie, Zoologie, Botanik, Geowissenschaften und der Robotik.


Die Friedensglocke

Die Friedensglocke (oder auch Gefallenenglocke) steht auf einem Hügel in der Nähe des Schlosses von Rovereto. Sie wurde 1924 aus der Bronze jener Kanonen gegossen, die von den 19 Nationen stammen, die am Ersten Weltkrieg beteiligt waren und 1965 aufgestellt. Um an alle Kriegsgefallenen zu erinnern, läuten ihre Glocken jeden Abend als Zeichen für den Frieden. Auf dem Hügel befindet sich auch ein Museumsbereich mit einer fotografischen Ausstellung die die Geschichte der Glocke von 1925 bis heute dokumentiert.

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