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Brisighella - Die schönsten mittelalterlichen Orte Italiens

Aktualisiert: vor 3 Tagen

Slow City, Thermalstadt, Olivenöl & Wein: Brisighella gehört zu den schönsten mittelalterlichen Orten Italiens und wartet in der Emilia-Romagna etwa 50 km von Ravenna mit einem reichen kulturellen Angebot, reizenden Gassen, kulinarischen Köstlichkeiten und ausgiebigen Wandertouren auf euren Besuch. [Enthält Affiliate-Links]*

Blick auf die Altstadt von Brisighella

Gelb-Orange-Rot getönte Häuserfassaden, die sich mit den typischen Backsteinfassaden der Emilia-Romagna vereinen, malerische Hügel die die Landschaft sanft umrahmen und zu weitläufigen Touren einladen und gleich drei ganz unverkennbare Wahrzeichen: Das ist Brisighella, einer der schönsten mittelalterlichen Orte Italiens! Die Stadt befindet sich im “Valle del Lamone” Tal, etwa 50 km von der schönen Mosaikstadt Ravenna entfernt. Ihre Geschichte lässt sich bis zum Ende des 13. Jahrhunderts zurückverfolgen: zu dieser Zeit ließ Maghinardo Pagani - einer der größten mittelalterlichen Heerführer der Romagna - ein Gebäude errichten, das später zum wichtigsten Wehrturm des Tals werden sollte.

Buchtipps

Ein Spaziergang durch Brisighella

Brisighella ist einer dieser kleinen Orte, die einen vom ersten Moment an beeindrucken: Die charakteristischen Gebäude, die gepflasterten Gassen und unverkennbare historische Bauten, die auf den Hügeln über die Stadt wachen.


Die “Via del Borgo” oder auch “Via degli Asini”

Einzigartig und schön: Die Hochstraße Via del Borgo in Brisighella

Sie ist wohl der Dreh- und Angelpunkt des historischen Stadtzentrums und so einzigartig wie kaum eine andere “Straße”! Die „Via del Borgo“ verläuft oberhalb einiger Geschäftsräume und Restaurants und ist vor allem für ihre architektonischen Eigenschaften bekannt: Eine lichtdurchflutete Hochstraße mit charakteristischen Arkadenfenstern. Die Straße wurde im 14. Jahrhundert erbaut und zunächst als Wachposten verwendet. Nachdem sie nicht mehr zur Verteidigung gebraucht wurde, brachte man hier Nutztiere unter – aus diesem Grund wird sie auch als „Via degli Asini“ (Eselstraße) genannt.


Der Uhrenturm - Torre dell'Orologio

Der Uhrenturm und ehemaliger Wehrturm von Brisighella

Der Uhrenturm von Brisighella ist etwas ganz besonderes: Er wurde 1290 als Wehrturm errichtet und diente bis Anfang des 16. Jhd‘s als Verteidigungssystem. 1850, nachdem der Turm mehrmals beschädigt wurde, wurde er von Neuem aufgebaut. In diesem Jahr wurde auch das Ziffernblatt des Uhrenturms angebracht – mit einer Kuriosität: An Stelle der üblichen 12 Ziffern, zeigt das Blatt nämlich 6 Stunden an. Einmal die 300 Stufen zum Uhrenturm bestiegen, bietet sich außerdem ein herrliches Panorama auf das Tal, die umliegenden Hügel und die anderen Wahrzeichen des Ortes: Der Wehrturm und die Wallfahrtskirche, die sich direkt auf den angrenzenden Hügeln befinden und auf das Tal hinabblicken.


Die Wehrburg Rocca Manfrediana

Die Rocca Manfrediana in Brisighella

Die venezianische Wehrburg Rocca Manfrediana wurde 1228 erbaut. Ein Blick auf die zylindrischen Türme reicht und schon ist das Interesse geweckt! Zu Beginn des 16. Jahrhunderts fiel sie in den Besitz der Republik Venedig und wurde noch weiter ausgebaut. Während unseres Besuchs in Brisighella haben wir auch das innere der Festung besichtigt: Neben ein paar Räumlichkeiten und Objekten aus der damaligen Zeit, kann man auch die Wehrgänge mit ihren Schießscharten besichtigen. Was war das doch für eine Zeit oder? Und wie haben es die Menschen damals geschafft, so zu leben? In unseren Gedanken malen wir uns das Burgleben immer ganz romantisch aus, aber wenn wir bedenken, dass es keine Bäder gab (zumindest nicht so hygienisch wie wir sie kennen), keinen Strom, keine Heizung,… ich glaube wir alle würden es – wenn es gut geht – gerade mal eine Woche aushalten, so zu leben.


Die Wallfahrtskirche Santuario della Beata Vergine del Monticino

Die Wallfahrtskirche Santuario della Beata Vergine del Monticino in Brisighella

Im kühlen Schatten der Zypressen, auf dem dritten Hügel über Brisighella, steht die Wallfahrtskirche „Santuario della Madonna del Monticino“. Die Kirche wurde 1758 erbaut und beherbergt in ihrem Inneren Fresken, die 1854 von Savino Lega, einem Maler aus Faenza, gemalt wurden. 1926 wurde die Kirche schließlich mit ihrer schönen Fassade versehen, die von Edoardo Collamarini entworfen wurde.


Der Regionalpark Vena del Gesso romagnola

Nur wenige Schritte von der Wallfahrtskirche entfernt, befindet sich der Eingang zum geologischen Museum und Regionalpark Vena del Gesso. Mit ihm beginnen zahlreiche Pfade für erlebnisreiche Wanderungen oder Radtouren in einem ganz besonderen Gebiet, das sich vor allem durch seine einzigartige Karstmorphologie mit Sinkhöhlen, Tälern und Höhlen (wie z.b. die Höhle La Tanaccia in Brisighella) auszeichnet. Der Park erstreckt sich gleich über zwei Provinzen, nämlich die von Bologna und Ravenna und beheimatet außerdem den längsten „Gipsrücken“ Italiens.


Während unseres Besuches haben wir eine ausgiebige Tour unternommen, die uns von der Wallfahrtskirche durch den Regionalpark Vena del Gesso und bis hin zum Besucherzentrum Ca‘ Carne im angrenzenden Naturpark Carné geführt hat. Neben beeindruckenden Ausblicken auf die Karstlandschaft hat uns unsere Tour durch einen dichten Wald, idyllische Olivenhaine und den Sangiovese Weinreben (die übrigens einen ganz köstlichen Wein hervorbringen) geführt. Das Besucherzentrum bietet interessante Informationen zum Naturpark und ermöglicht einen Einblick in die Tierwelt des Parks. Wenn man mag, kann man es sich auch in der Hütte Rifugio Ca‘ Carné gemütlich machen und seine Energien auftanken.

Good to know

Brisighella ist Mitglied der Vereinigung “I borghi più belli d’Italia” (= Die schönsten mittelalterlichen Orte Italiens). Die Vereinigung verfolgt das Ziel, Themen rund um Landschaft, Kultur und Geschichte im Tourismus-Sektor zu fördern. Dabei wird ein besonderes Augenmerk auf die kleinen, mittelalterlichen Stadtzentren gelegt, die sich vor allem wegen ihrer architektonischen Harmonie und der historischen und künstlerischen Qualität der Gebäude hervorheben. Die meisten dieser Orte zeichnen sich außerdem dadurch aus, dass in den historischen Zentren größtenteils ein Fahrverbot besteht oder sogar autofrei sind, da ihre Straßen so eng sind, dass sie nicht mit dem Auto befahren werden können. Darüber hinaus wurde Brisighella auch als “Slow City” und als “Stadt des Olivenöls und des Weins” ausgezeichnet - was bereits einen deutlichen Hinweis auf die kulinarischen Köstlichkeiten bietet, die einen hier erwarten.


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