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Top 12 Chios: Diese Orte müsst ihr gesehen haben

Zwei Jahre hintereinander am gleichen Ort den Sommerurlaub verbringen? Eigentlich gehöre ich zu den Menschen, die immer etwas Neues entdecken möchten. Doch letztes Jahr sind wir zum ersten Mal nach Chios geflogen und haben uns sofort in diese einzigartige griechische Insel in der Ägäis verliebt! Verbringt einen Urlaub zwischen kulinarischem Genuss, Kultur, mittelalterlichen Mastix-Dörfern und wunderschönen Stränden. [*Enthält Affiliate-Links]

Die Bucht und der Hafen von Emporios

In der nördlichen Ägäis befindet sich eine kleine Insel, die mehr Beachtung verdient, als ihr bisher wahrscheinlich zuteil wurde: Chios. Ich gebe zu, auch ich bin nur rein zufällig auf die Insel aufmerksam geworden, auf der wir sowohl im letzten als auch in diesem Sommer unvergessliche Tage verbracht haben. Mittelalterliche Dörfer, Geisterorte, dramatische Ereignisse, wunderschöne Strände und ein kristallklares Meer: Die fünftgrößte Insel Griechenlands überrascht mit einzigartigen Orten!


Die kleine Insel hat im Laufe der Jahre schon einiges erlebt: Vom unendlichen Hin und Her zwischen persischer, genuesischer, venezianischer, osmanischer und römischer Besetzung über Piratenangriffe und bis hin zu bewegten Ereignissen wie dem Massaker von Chios. Doch bekannt ist Chios vor allem für eines: seine malerischen Mastix-Dörfer Pyrgi, Mesta, Vessa und Olympoi. Mastix wird seit dem 7. Jhd im Süden von Chios angebaut und aus den Mastix-Bäumen gewonnen. Und wozu wird es weiterverarbeitet? Liköre, Ouzo, Marmeladen, Kaugummis, Zahnpasta, Cremes und vieles mehr!


Buchtipps für Chios


10 Orte, die ihr bei eurem Urlaub auf Chios nicht verpassen dürft


1. Eintauchen in eine andere Welt: Das Labyrinth von Mesta

In den Gassen von Mesta

Mesta hat uns vom ersten Moment an fasziniert: Etwa 4 km von der Küste entfernt gehört der mittelalterliche Ort aus dem 12. Jhd zu den schönsten Dörfern auf Chios. Fast wie in einem Spiel führt das Labyrinth aus malerischen Gassen durch das byzantinische Dorfzentrum, in dem die Zeit regelrecht stehen geblieben zu sein scheint. Interessant ist auch, dass es in Mesta nur einen Eingang und Ausgang zum Dorf gibt. Der Grund ist eigentlich leicht zu erklären: Durch den Verkauf von Mastix war Mesta ein wohlhabendes Dorf und, um sich vor regelmäßigen Piratenangriffen zu schützen, wurden die Häuser lückenlos als Schutzmauer erbaut. Daher auch das Labyrinth im Dorfinneren und die einzigartige Architektur (die Häuser wurden über zahlreiche Bögen miteinander verbunden, sodass die Einwohner über die Dächer fliehen konnten), denn den Piraten sollten ihre Beutezüge keinesfalls leicht gemacht werden. Heute gehört Mesta zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist vor allem für den Mestousiko, einen der besten Weine von Chios, und dem Souma-Likör bekannt.


2. Romantisch, malerisch: Olympoi

Am Dorfplatz von Olympoi

In dieses Dorf habe ich mich vom ersten Augenblick an verliebt! Olympoi befindet sich ca. 30 km von Chios Stadt entfernt und ist ein echtes Juwel mit unwiderstehlichem Charme. Auch hier reihen sich verwinkelte Gassen aneinander und führen zu den mediterranen Dorfplätzen. Wie in Mesta wurden die Häuser des Dorfes aus dem 13. Jhd als Verteidigungsmauer gegen Piratenangriffe angebaut. Sich hier zu orientieren ist nicht so einfach, wie man denkt: Folgt man den verwinkelten Gassen, landet man ziemlich schnell in einer Sackgasse und muss wieder zurück und den richtigen Weg aus dem Labyrinth finden. Herrlich! :)

An einigen Häuserfassaden erstrahlen noch die typischen Sgrafitti - eine Kratzputz-Technik, die während der Renaissance von den Genuesern auf die Insel gebracht wurde. Heute gibt es in Olympoi nur noch wenige Häuser, die mit dieser Art von Fassadentechnik verziert sind. Schlendert man durch die Gassen des Ortes, kommt man immer wieder an kunstvoll bemalten Türen vorbei, die verschiedenste Motive zeigen und dem mittelalterlichen Dorf eine kunstvolle Atmosphäre verleihen.


3. Das versteckte Schmuckstück: Vessa

Blick auf Vessa

Ein weiterer Ort, der einen Besuch absolut Wert ist, ist Vessa. Das mittelalterliche und sehr gut erhaltene Dorf befindet sich etwa 19 km von Chios Stadt entfernt. Wir sind während unseres Urlaubs ein paar Mal an diesem Ort vorbeigefahren, ohne es wirklich in Betracht zu ziehen. Als unser Weg uns zum gefühlt 100. Mal an Vessa vorbeigeführt hat, haben wir uns schließlich dazu entschieden, einen Zwischenstopp einzulegen und uns das Dorf anzusehen: Damit lagen wir goldrichtig! Schon nach wenigen Schritten durch seine historischen und verwinkelten Gassen hatte Vessa uns in seinen Bann gezogen. Bis heute bewahrt der Ort aus dem 10. Jahrhundert seine Geschichte und mittelalterliche Architektur, ohne seine harmonische und magische Atmosphäre zu verlieren. Genau wie Mesta und Olympoi ist Vessa festungsartig und mit den typischen Bogengängen erbaut worden, um sich vor Piraten zu schützen.


4. Volissos: Zwischen byzantinischen Türmen und erhabenen Schlössern

Blick auf das Dorf und Schloss von Volissos

Während des Urlaubs auf Chios darf man sich eine Tour nach Volissos auf keinen Fall entgehen lassen! Der größte Ort im Nordwesten der Insel wartet mit einer reichen Geschichte auf seine Besucher: Ein Blick auf die Spitze des Hügels, auf dem Volissos gebaut wurde, lässt einem den Atem stocken. Denn hier blickt das Schloss von Volissos auf das Tal und die Küste hinab. Die byzantinische Anlage wurde im 11. Jhd erbaut und im Laufe des 15. Jhd von den Genuesern vergrößert. Über verschiedene Gebäude, Zisternen und Kirchen hinaus, gab es auch einen geheimen Tunnel, der die Festung mit der Küste verband. Leider sind bis heute nur die äußeren Mauern und ein paar Reste der Wehrtürme erhalten geblieben, doch von hier aus kann man einen atemberaubenden Blick auf das ägäische Meer und auf die Bucht von Limnia genießen.


Der Strand von Managros

Den Ausflug nach Volissos kann man perfekt mit ein paar entspannten Stunden am Strand von Managros verbinden. Mit einer länge von über 2 km ist es der größte Strand der Insel und in mehreren Abschnitten unterteilt. Der ruhige und idyllische Strand von Managros ist einer der wenigen Sandstrände der Insel und bietet auf seinem unberührten Fleckchen weder Sonnenschirme noch Strandbars. Es ist also ein perfekter Ort für alle, die ganz entspannt ein Bad im kristallklaren Wasser genießen möchten.




5. Der kleine Küstenort Emporios

Der Hafen von Emporios

In diesem kleinen und wunderschönen Küstenort im Süden von Chios haben wir unseren ersten Urlaub verbracht und uns in die Insel verliebt: Emporios! Wie üblich für diese einzigartige Insel, ist das Dorf nichts für Urlauber die auf der Suche nach Diskotheken oder Cocktailbars sind. Es ist aber der ideale Ort für alle, die sich gründlich erholen wollen und auf der Suche nach Genuss, Kultur und unberührter Natur sind. Neben einem kleinen Dorfplatz, ein paar Hotels, köstlichen Tavernen und zwei Souvenirshops gibt es nicht viel mehr. Dafür ist Emporios wie bereits erwähnt umso interessanter für Kultur-und Naturliebhaber, denn um das Fischerdorf herum kann man die Reste einer mittelalterlichen Burg und auch die archäologische Stätte mit den Überresten einer prähistorischen Siedlung und des Tempels von Athena erkunden.


Der Strand von Mavra Volia in Emporios

Einen kurzen Spaziergang vom Dorpflatz von Emporios entfernt, befindet sich auch einer der schönsten Strände von Chios: Mavra Volia! Der Strand aus vulkanischen Kieselsteinen ist eine der schönsten Attraktionen der Insel. Wegen der schwarzen Kieselsteine erscheint das kristallklare Wasser oft auch in einem tiefen, fast schwarzen Dunkelblau.




6. Das Kloster von Nea Moni

Blick auf das Kloster Nea Moni

Eintauchen ins UNESCO Weltkulturerbe: Das Kloster von Nea Moni liegt ganz versteckt und beschützt in den Gebirgen im Inselmitteren. Das im 11. Jhd erbaute Kloster ist ein Zeitzeuge der byzantinischen Kunst. Die Hauptkirche wurde mit einer Kuppel von etwa 7 m und einem kreuzförmigen Komplex gebaut - einem für Chios und Zypern typischen Baustil. Das Innere der Hauptkirche ist mit bildschönen Mosaiken und goldenen Verzierungen geschmückt und fasziniert beim bloßen Anblick!


7. Die Strände von Avlonia & Salagona

Die Bucht von Avlonia

Auch der Strand von Avlonia gehört zu meinen absoluten Lieblingen. Etwa 11 Autominuten von Mesta entfernt, ist dieser abgelegene Strand ein absoluter Traum: Mit seinem kristallklaren Wasser und kleinen Kieselsteinen ist die malerische Bucht eine Oase der Idylle und Entspannung. Wenn man Lust darauf hat, sich ein wenig die Beine zu vertreten, kann man sich auf ein kleines Abenteuer auf den umliegenden und leicht begehbaren Felsen unternehmen, um in Richtung offenes Meer zu laufen. An diesem Strand gibt es eine kleine Strandbar und es gibt die Möglichkeit, Sonnenschirme und Liegen zu mieten (ca. 3-5€/Tag).


Der Strand von Salagona

Nur einen Sprung entfernt, liegt schon das nächste Schmuckstück: Der Strand von Salagona. Dieser Kiesstrand befindet sich ebenfalls im südwestlichen Teil der Insel und (außerhalb der Touristensaison) wunderschön einsam. Wie bei den anderen Stränden, ist das Meerwasser auch hier sehr sauber und kristallklar.





8. Das Geisterdorf von Anavatos

Blick auf die Ruinen von Anavatos

Wie man das byzantinische Anavatos in wenigen Worten beschreiben könnte? Gespenstisch, mysteriös und bitterdüster. Es hat mich vom ersten Moment an in seinen Bann gezogen, ganz so, als wäre ich mit jedem weiteren Schritt immer tiefer in seine Geschichte gezogen worden. Umso aufregender war es, dass wir hier auf einen griechischen Archäologieprofessor gestoßen sind, der uns die dramatische Geschichte des Dorfes erzählte. Das 450 m über dem Meer erbaute Anavatos spielte nicht nur während des griechischen Unabhängigkeitskrieges (1821) eine wichtige Rolle, doch wurden seine Bewohner insbesondere 1822 vom Massaker von Chios tief getroffen.

Nach dem erfolglosen Aufstand gegen die osmanischen Herrscher, flohen die Menschen vor den türkischen Soldaten in das zurückgezogene Bergdorf. Doch die Soldaten drangen in das fast unbewaffnete Dorf ein und ließen weder Frauen noch Kinder am Leben. Zahlreiche Bewohner stürzten sich verzweifelt in die Tiefe. Ein paar Menschen konnten überleben, doch sie wurden von den Türken versklavt und verkauft. 1881 folge schon die nächste Katastrophe in Form eines furchtbaren Erdbebens. Seitdem ist Anavatos, bis auf ein Café am Eingang des Geisterdorfes, verlassen und lockt Besucher aus der ganzen Welt in seine verlassenen Mauern, die die Geschichte bewahren und weitererzählen.


9. Der Strand von Agia Dynami

Die Bucht von Agia Dynami

Ganz idyllisch befindet sich der Strand von Agia Dynami ganz in der Nähe von Olympoi. Zweifelsohne gehört diese Bucht zu den schönsten der Insel und zu den wenigen Sandstränden auf Chios. Verweilen und genießen heißt das Motto, denn die Aussicht auf das türkisfarbene, kristallklare Wasser ist einfach herrlich. Auf einem Hügel oberhalb der Bucht befindet sich die sehenswerte, kleine Agia Dynami Kapelle (= Kapelle der Heiligen Kraft). Meine Neugierde hat sich definitiv gelohnt, denn von der Terrasse der Kapelle, hinter einem steinernen Altar, bietete sich ein atemberaubender Ausblick auf das Ägäische Meer!


10. Wie im Bilderbuch: Die Sonnenuntergänge in Sidirounta

Sonnenuntergang in Sidirounta

Ein weiterer Geheimtipp ist das Dorf von Sidirounta - und zwar für alle die, wie ich, traumhafte Sonnenuntergänge lieben. Das kaum bewohnte Dorf liegt auf einer Klippe im Nordwesten der ägäischen Insel und wird von Pinien und Olivenbäumen umgeben. Mit einem wunderschönen Blick auf das Meer ist es ein traditioneller und ruhiger Ort, in dessen Mitte sich eine Burg und ein Turm befanden. Leider ist nur noch ein kleiner Teil davon erhalten, doch im Dorfzentrum befindet sich noch die kleine Kirche Agios Georgios. Blickt man hingegen Richtung Meer kann man von der Anhöhe aus die Buchten von Tigani, Metochi und Gerita erkennen.


11. Das gemalte Dorf: Pyrgi

In den Straßen von Pyrgi

Pyrgi gehört zu den schönsten Dörfern der Insel und ist wie Mesta und Olympoi für den Anbau und die Verarbeitung von Mastix bekannt und gehört wie die anderen Mastixdörfer auch zum immateriellen UNESCO Weltkulturerbe. Der Ort zählt etwa 1.200 Einwohner - die meisten von ihnen, sind in der Mastix-Produktion oder in der Landwirtschaft tätig. Doch Pyrgi ist nicht nur als Mastixdorf bekannt, denn es wird auch als das "gemalte Dorf" bezeichnet. Wieso? Blickt euch um und bewundert die zahlreichen und intakten "Sgrafitti", die wunderschönen geometrischen Kratzputze an den Häuserfassaden. Wie im Abschnitt über Olympoi bereits beschrieben, geht diese Fassadentechnik auf die italienische Architektur und auf die Zeit zurück, als Chios von den Genuesern besetzt wurde. Beim schlendern durch die schönen gepflasterten Gassen erblickt man immer wieder Tomaten und Peperoni, die zum Sonnentrocknen unter den Fenstern oder an Balkonen hängen.

Macht es euch an einem der schönen Cafés auf dem Dorfplatz bequem - der ideale Platz um einen leckeren Kaffee mit Mastix zu probieren!


12. Traumhaft schön: Vroulidia Beach

Die Bucht von Vroulidia

Der Strand von Vroulidia ist einer der schönsten Strände die ich ich jemals gesehen habe. Fast am südlichsten Punkt von Chios kann man ihn über einen stufigen Weg erreichen, der vom Parkplatz hinab führt und einen herrlichen Blick auf die Bucht bietet. Ein Highlight: Am Strand selbst gibt es weder Strandbar noch Sonnenschirme, doch auf dem Parkplatz gibt es einen kleinen Imbiss der Getränke und Snacks über einen kleinen Seilaufzug nach unten liefert. Ein kleiner Tipp: Diesen Strand solltet ihr entweder am frühen Vormittag oder späten Nachmittag besuchen, denn zu jeder anderen Uhrzeit entwickel er sich zu einem wortwörtlichen Ofen.


Ein Tag im Museum: Citrus Museum & Mastix Museum

Das Citrus-Museum in Chios

Mitten im wunderschönen und historischen Genueserviertel von Chios, dem Kambos, befindet sich das Chios Citrus Museum. Das kleine Museum gibt einen interessanten Einblick in die Geschichte und die Hintergründe des Anbaus und Handels von Zitrusfrüchten. Direkt neben dem Museum steht auch ein charmantes Café mit Museumsshop.


Auf halber Höhe zwischen den Dörfern von Emporios und Pyrgi befindet sich hingegen ein weiteres, sehr interessantes Museum: Das Chios Mastic Museum. Auf einer Fläche von 3.720 m² erfährt man mehr über die Geschichte als auch über die Tradition von Anbau und Verarbeitung von Mastix.



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